Mein Erfahrungsbericht!

Anand Ashram

Erfahre mehr über das Leben in einem Ashram!

Ich habe in Ubud eine Woche lang in einem Ashram gelebt! Wenn du wissen möchtest was ich persönlich mitnehmen konnte und wie das Leben in einem Ashram ist, dann lies jetzt weiter 🙂

VORGESCHICHTE – WARUM BIN ICH IN EINEN ASHRAM? 

Ich möchte dir kurz den Hintergrund erklären, warum ich mich überhaupt dazu entschlossen habe, in einen Ashram zu gehen:

Wie du eventuell bereits weisst, bin ich auf Reisen gegangen um natürlich wunderschöne Länder zu entdecken, aber auch, um mich selbst weiterzuentwickeln. Schon auf der Farm in Australien, auf der ich 5 Monate im nirgendwo gelebt habe, habe ich bemerkt, dass wenn ich mich nur auf mich selbst konzentriere, ich die größten Entwicklungsfortschritte mache was meine Persönlichkeit betrifft. 

Da ich dort viel Zeit hatte, unter anderem auch viel Zeit zum Nachdenken, habe ich angefangen zu lesen und mich als Person zu hinterfragen. Bis zu diesem Zeitpunkt bin ich wirklich nur durch mein Leben gerannt und bin, wenn ich ehrlich bin, vor mir selbst auch ein Stück weit weggerannt. Ich wollte mich nie mit mir selbst befassen und wirklich „hinschauen“, wenn du verstehst was ich meine 🙂 Und dann war ich da allein auf der Farm, als einzige Backpackerin und hatte keine andere Wahl, als hinzusehen. 

Ich habe angefangen Bücher zu lesen, Podcasts zu hören und habe auch einen online Kurs gemacht, der sich genau mit meinen Fragen des Lebens beschäftigte. 

Ich wollte einfach Antworten über mich (wer bin ich überhaupt und was will ich?), das Leben, Wünsche, Ziele, Träume und auch Gott (wenn es ihn gibt, man weiß es nicht 😀 – Buchempfehlung: Gespräche mit Gott! Der Titel hört sich zwar crazy an, ist aber wirklich gut!! ) finden. Und ich habe so einige Antworten gefunden 😀 

Ich habe erkannt, dass ich selbst an mir und meiner Persönlichkeit arbeiten muss, denn ich habe mir zum Beispiel die Fragen gestellt: Wenn ich mich treffen würde, würde ich mich mögen? Was sind meine Werte? Ist es gut oder richtig was ich mache?

Als ich die Farm dann verlassen habe, war ich wirklich ein ganzes Stück weiter, was meinen Horizont und Möglichkeiten im Leben betrifft. Ich war mir selbst dankbar, dass ich den Schritt gegangen bin und alles in Deutschland aufgegeben habe, denn ich glaube sonst hätte ich das alles in der Form nicht erfahren. Darüber kann ich gerne auch noch einmal einen separaten Blogbeitrag schreiben 🙂

Ich bin weiter durch Australien und Indonesien gereist und dann war es im November wieder an der Zeit etwas zur Ruhe zu kommen und sich wieder über einige Dinge klar zu werden. Denn natürlich ist es wunderschön die ganze Zeit zu reisen, aber zu dem Zeitpunkt wusste ich selbst, dass ich nicht für immer Work and Travel machen möchte, sondern zum Beispiel irgendwann auch einmal einen Job haben möchte, der mich von Herzen glücklich macht. Ich war mir auch nicht sicher, ob ich eventuell nach Deutschland zurück soll, um zusätzlich zu meiner Ausbildung noch zu studieren. Ich wusste, dass wenn ich mich wieder bewusst nur auf mich konzentriere, dass ich dann einen Schritt vorankomme, in welcher Hinsicht auch immer 😀 So viel zum Hintergrund und warum ich mich überhaupt dazu entschieden habe, ein Ashram zu besuchen 🙂

ANAND ASHRAM IN UBUD AUF BALI 

Das Anand Ashram in Ubud wurde von Anand Krishna gegründet. Dieser wurde auf wundersame weise von Leukämie geheilt und hat daraufhin beschlossen sein Wissen über Spiritualität, Meditation, Liebe und Weisheit mit Millionen von Menschen zu teilen und die Erde so zu einem besseren Ort zu machen. 

Dieser Ort erschien mir perfekt um mich wieder mehr auf mich selbst zu konzentrieren. Das Hostelleben ist zwar spannend, aber man ist gefühlt ständig unterwegs, da bleibt nicht viel Zeit zum Nachdenken 😀

Im Ashram selbst hat man die Möglichkeit in einem Dorm (Mehrbettzimmer) zu übernachten oder ein eigenes Zimmer zu wählen. Frühstück und Mittagessen sind inbegriffen und das Abendessen kann man in einem der umliegenden Warungs günstig bekommen. 

Jeden Tag gibt es ein Programmangebot. Jeder kann frei entscheiden, ob man teilnehmen möchte oder nicht. Die Tage sind immer gleich aufgebaut:

6:00 – 6:25 : Chanting

6:25 – 6:40: Feuerzeremonie

6:45 – 7:45: Yoga

8:00: Frühstück

12:00 – 12:30: Chanting

12.:30 : Mittagessen

15:00 – 16:00: Meditation

18:00 – 18:30 Chanting

18:45 – 20:30: Abendprogramm

Chanting: Unter Chanting versteht man gemeinsames singen von zum Beispiel einem Mantra.

Feuerzeremonie: Alles Negative wird verbrannt.

Yoga: Hier werden dir verschiedene Yogaarten vermittelt. Man macht also nicht nur Yoga sondern lernt es auch, weshalb das Ashram auch für Anfänger geeignet ist.

Meditation: Auch hier werden verschiedene Formen der Meditation vermittelt. Viele kennen nur die Form des Schneidersitzes auf dem Boden 😀 aber Meditation ist noch so viel mehr! Man kann zum Beispiel tanzen oder eine bestimmte Atmung beim meditieren anwenden.

Abendprogramm: Das Abendprogramm variiert jeden Abend. Es finden treffen mit dem Guru statt, es werden Filme gezeigt die zum Nachdenken anregen oder es gibt Diskussionsrunden.

Vor allem die Treffen mit Anand Krishna persönlich waren unheimlich schön. Er nimmt sich Zeit für alle Fragen und beantwortet diese meist schmunzelnd, sodass man selbst zum Nachdenken angeregt wird 🙂 Allgemein sind alle Menschen im Ashram offen für alle Fragen und versuchen so gut es geht weiterzuhelfen. 

Ich finde es gut, dass man zwischen dem Tagesprogramm immer Zeit für sich hat. Ich habe zum Beispiel viel gelesen und mich mit den Menschen unterhalten, die mit mir im Ashram waren. An sich ist das Ashram wirklich so schön! Ein großer eingewachsener Garten mit kleinen Brücken und Wegen. 

Das Chanting wird immer in einem Turm praktiziert. Eines morgens hat der Turm während dem Singen so angefangen zu schwanken, dass ihn alle aus Sicherheitsgründen verlassen mussten: Mein erstes Erdbeben auf Bali 😀

Das Essen wird jeden Tag frisch zubereitet und ist für vegetarier geeignet. Es ist unglaublich lecker und vor jeder Mahlzeit wird gemeinsam kurz für das Essen gedankt.

MEINE INTENSIVE ZEIT UND WAS ICH LERNEN DURFTE 

 

Ein „Zufall“ war (ich glaube nicht an Zufälle – alles passiert aus einem Grund) war folgender: Ich hatte in Australien eine Whale Watching Tour gemacht und hatte mich auf dem Schiff mit einem Mädchen der Crew unterhalten. Als ich im Ashram ankam, saß genau dieses Mädchen am Tisch und war mit mir im Dorm! (Whaaat?! 😀 ) Wir beide hatten tolle Gespräche in der Woche und konnten viel voneinander lernen. Es war irgendwie unglaublich, dass ich sie einfach unerwartet in Bali im Ashram wieder getroffen habe 😀

Allgemein hatte ich so liebe Mädels im Dorm und die Zeit und Gespräche taten so gut! Jeden Abend haben wir zusammen zu Abend gegessen und haben unsere Meinungen über Gott und die Welt ausgetauscht. Ich liebe es einfach Meinungen und Sichtweisen von anderen zu hören und zu lernen! Mit einem anderen Mädchen habe ich mich zum Beispiel im Dezember in Sydney wieder getroffen. Das ist das tolle am Reisen! Es verbindet und es können wirklich Freundschaften fürs Leben entstehen!

Im Ashram hatte ich noch zwei weitere Begegnungen, die mich prägten. Direkt am ersten Abend habe ich eine ältere Dame aus Deutschland kennengelernt die nach Bali ausgewandert ist. Wir haben uns sofort gut verstanden und da ich so unglaublich viele Fragen an sie hatte, hat sie mich zu sich nach Hause eingeladen. Am nächsten Morgen machte ich mich also auf den Weg  zu ihr. Allerdings war ihr Haus nicht zu Fuß erreichbar und ich konnte kein Taxi rufen, da Grab und Gojek nicht funktionierten. In der Gegend vom Ashram ist es ganz schwer ein Taxi zu finden. 

Ein weiterer Punkt, den ich auf meiner Reise gelernt habe ist: Vertrauen. Natürlich nicht jedem beliebigen Menschen auf der Straße 😀 Aber einfach zu vertrauen, dass wenn etwas in meinem Leben passieren soll, dies auch passiert. Also habe ich darauf vertraut, dass ich schon irgendwie zu der Dame kommen werde 🙂 Ich bin also auf die Straße und habe in jedem Shop nachgefragt, ob man mir irgendwie ein Taxi rufen könnte. Letzten Endes hat mich ein älterer Herr, der überhaupt kein Taxifahrer war, zu der Dame gefahren. Hat am Ende also doch alles funktioniert 🙂 Früher wäre ich nie im Leben auf die Idee gekommen an irgendwelchen Kiosks in Asien nach `nem Taxi zu fragen geschweige denn bei einem fremden Mann auf den Roller zu steigen 😀

Angekommen bei der Frau hatten wir wirklich so tolle Gespräche, so dass ich am nächsten Tag direkt noch einmal zu ihr bin. Sie hat sich ihr eigenes kleines Paradies in Ubud geschaffen, mit einem tollen Garten und einem wunderschönem kleinen Häuschen. Ich bin wirklich dankbar, sie kennengelernt zu haben. 

Während der Woche im Ashram hatte ich noch eine weitere Begegnung, von der ich erst jetzt langsam verstehe, wozu die gut war 😀 Und zwar habe ich die wohl verrückteste Heilerin in Ubud besucht 😀 Ich hatte sie im Internet entdeckt und dachte mir: Warum nicht, kann man ja mal ausprobieren! Als ich ankam und sie mit mir in den Sitzungsraum gegangen ist, hat mich fast der Schlag getroffen 😀 Überall hingen selbstgebastelte Feen und Tücher und mitten im Raum war eine Feenlandschaft mit Türmchen aufgebaut, durch die ein Zug gefahren ist. Alles selbstgebastelt von der Heilerin persönlich. Auf jeden Fall war die Sitzung wirklich so verrückt, dass ich danach eher mehr verwirrt war, als dass ich Klarheit hatte 😀 Sie hat sich währenddessen Notizen gemacht, die sie mir später überreichte. Leider kann ich die bis heute nicht entziffern 😀 Aber langsam wird mir bewusst, für was die ganze Sitzung gut war und was sie mir versucht hat, zu vermitteln. Hier geht es vor allem um falsche Glaubenssätze im Leben, die jeder für sich auflösen darf.

Als die Sitzung zu Ende war, war es draußen bereits dunkel und mich hat netterweise wieder ein fremder Mann auf dem Roller mitgenommen und beim Ashram abgesetzt. Dort musste ich dann feststellen, dass die Türen wegen einer Abendzeremonie abgeschlossen waren. Da natürlich alle bei der Zeremonie waren und mir keiner aufmachen konnte, bin ich kurzerhand über die Mauer des Ashrams geklettert 😀 Bis heute frage ich mich, wie ich das geschafft habe 😀

Jetzt fragt sich bestimmt der ein oder andere: Ja und was ist jetzt mit deiner beruflichen Zukunft?

Darüber habe ich mich in dieser Woche mit allen möglichen Menschen unterhalten und viel nachgedacht. Letzten Endes bin ich zu folgendem Entschluss gekommen: Ich muss darauf hören, was ich persönlich möchte und was mich glücklich macht. Egal was mein Umfeld oder die Gesellschaft für richtig hält. Es muss MICH und keinen anderen Menschen glücklich machen und ich vertraue darauf, dass ich in Zukunft herausfinden werde, was genau ich machen möchte. Alles passiert aus einem Grund und ist immer für mich. Aber eines steht fest: Ich möchte ortsunabhängig arbeiten können. Und dafür brauche ich beispielsweise kein Studium, auch wenn heutzutage gefühlt jeder zweite studiert. Wenn ich etwas nicht weiß, suche ich eben einen Weg, wo ich diese Information herbekomme 😀 Ein Studium fühlt sich für mich einfach nicht richtig an, warum sollte ich es dann tun. Und überhaupt: Warum sollte ich irgendetwas arbeiten, nur damit ich einen Job habe und dann unglücklich bis zu meiner Rente bin? Bis jetzt habe ich wie ich finde alles ziemlich gut gemeistert in meinem Leben und so gesehen ergibt jetzt auch alles einen Sinn: Warum ich dieses Gefühl hatte, auf Reisen gehen zu müssen, die Zeit allein auf der Farm und die Zeit im Ashram. Alles kommt wie es kommen soll und ich vertraue vollkommen, dass ich den richtigen Weg gehen werde 🙂 So etwas passiert auch nicht von heute auf morgen oder kann man innerhalb einer Woche herausfinden. Es ist ein Prozess 🙂

Ich kann jedem, der Ruhe sucht, mehr über Yoga und Meditation lernen und tolle Menschen kennenlernen möchte ein Aufenthalt im Anand Ashram in Ubud nur empfehlen 🙂 Ich persönlich habe sehr viel lernen dürfen und konnte viel für mich mitnehmen! Ich werde mit Sicherheit in das Anand Ashram in Ubud zurückkehren.

Falls du noch Fragen zu meiner Woche im Ashram hast, kannst du mir sehr gerne schreiben! Hinterlasse ein Kommentar unter diesem Beitrag, nutze das Kontaktformular oder kontaktiere mich auf Instagram.

Das bin ich!

Hi! Ich bin Linda, 24 Jahre alt und seit Februar 2019 allein auf Weltreise. Hier kannst du mehr über mich erfahren. Schön, dass du da bist!

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